Punkin loppu Helsingissä

Punkin loppu HelsingissäDo Prahy doputovalo finské vydání románu Konec punku v Helsinkách – Punkin loppu Helsingissä. Vydalo nakladatelství Basam Books 2012. Přeložil Eero Balk.

První věta zní: „Sinne ei voi olla enää pitkä matka.“

A poslední věta: „“Savukerasiassa lukee Start.“

A mezitím Ole potká a zase ztratí Lenu, Frank se zblázní a naštvaná Nancy plivne na Michala Davida a zapálí si startku. Je fajn, že startka je startka česky i finsky.

WDR 3: Ach, die Züge

Feature von Tabea Soergel

WDR 3, WortLaut | 24.1., 23.05 Uhr

DSC01333Jaroslav Rudiš hat bisher schon erfolgreich Romane, Drehbücher, Hörspiele und Theaterstücke geschrieben. Doch dann erfand er Alois Nebel, den Bahnhofsvorsteher: im Comic. Der erreichte Kultstatus und wurde – als Animationsfilm – 2012 mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

http://www.wdr3.de/literatur/jaroslavrudic100.html

WortLaut besucht Jaroslav Rudiš im tschechischen Brünn. Neben seiner überquellenden Spüle, in seiner Stammbuchhandlung, vor Bohumil Hrabals Geburtshaus und unter einer Eisenbahnbrücke am Stadtrand erzählt er von Alois und all den anderen Gestalten aus seinen Büchern, vom Leben und Schreiben, von Eisenbahnzügen und von seinem Traum, eine Kneipe zu eröffnen.

Produktion: WDR 2013
Redaktion: Imke Wallefeld

Der Standard: Verschwundene Sterne. Die Stille in Prag und Alois Nebel

Verschwundene Sterne


  • Goldene Stadt, verkaterter Morgen: Jaroslav Rudis zieht in seinem Roman „Die Stille in Prag“ in den Bann eines Lebensgefühls

Die Stille in PragPrag sei ein „riesiges, schmuddeliges und muffig riechendes Museum“ geworden, sagt sich eine Figur; die ganze Stadt sei „von gestern“. Sie stinke dermaßen, stellt ein anderer fest, „dass er den Geruch schon wieder schön findet.“ Und ein Amerikaner erinnert sich an die Zeit, als er hierher gezogen war: „In der ersten Hälfte der neunziger Jahre dachten alle, die Revolution würde nie zu Ende gehen, sie war eine riesige Rockparty. An den verkaterten Morgen danach dachte damals keiner.“ Das Ende des Prager Sommers nach einem anderen Prager Frühling.

Jaroslav Rudis, der in Tschechien weltberühmte Schriftsteller und Drehbuchautor (die Verfilmung seines Comics Alois Nebel lief letztes Jahr beim Festival in Cannes), erzählt in Die Stille in Prag eben vom verkaterten Morgen im Ambiente seiner Stadt, die er in eindringlichen Facetten hinter den Fassaden nahebringt. Während Bilder von im Irak verwundeten US-Soldaten im TV zu sehen sind, folgt er den Wegen von fünf ebenso stark wie differenziert gezeichneten Charakteren durch Prag und durch eine Lebenskrise. Gelegentlich kreuzen sich, deutlich oder kaum merklich, ihre Bahnen. Am Ende treffen alle beim Showdown im Akropolis-Musikclub aufeinander, beim Auftritt der Band Kill the Barbie, und schließlich sitzen zwei im Park auf der Letná-Höhe über der Stadt: “ Die Sterne über Prag sind verschwunden. Der Sommer ist vorbei.“

Mit seinem flotten Stil – meist präzise anschaulich, mitunter doch etwas simpel – und mit schnellen Schnitten zieht Rudis in den Bann eines Lebensgefühls, das zwischen Melancholie und Aufbegehren schwankt, sowie von fünf unterschiedlichen Konzeptionen der Existenz.

Vanda, die Punk-Sängerin von Kill the Barbie will zu ihrem achtzehnten Geburtstag das Koksen bleiben lassen; Petr, mit dem sie soeben eine Nacht verbracht hat, meint die Leere nach abgebrochenem Studium und abgebrochener Liebe als Straßenbahner umfahren zu können; der Anwalt Wayne gerät aus seinen Gleisen, da er im Verwundeten auf den Bildschirmen den Bruder zu erkennen glaubt; seine „Kleine“, Hana, will sich von ihm trennen, sie erlebte in Lissabon mit einem anderen „la petite mort“, einen intensiven Orgasmus, und hat nun die Enge ihrer Welt vor Augen; der entlassene Philharmoniker Vladimir, der über den Tod seiner Frau nicht hinwegkommt, sucht mit allen Mitteln den allseitigen Lärm zu dämpfen. Die vollkommene Stille, weiß er, gibt es nur auf dem tiefsten Grund des Ozeans. Sie gewinnt für ihn und den Roman existenzielle Bedeutung: jene Stille, „aus der wir kommen, nach der wir suchen und in die wir zurückkehren werden.“

Alle scheinen sich im Kreis zu bewegen, Petr in seiner Tram Nr. 22 von Endstation zu Endstation, alle suchen sie Auswege aus ihren Beziehungsschienen, alle drehen sie sich um verschiedene Arten von Musik – und sehnen sich zugleich nach Ruhe.

Die existenzielle Suche hat Jaroslav Rudis in seinen Romanen Der Himmel unter Berlin und Grand Hotel mit starken Bildern versehen, in denen er U-Bahn- und Zugverkehr sowie Fernsehtürme zur symbolhaften Verdichtung einsetzt.

Die ebenfalls kürzlich auf Deutsch erschienene „Graphic Novel“ Alois Nebel hat Rudis mit dem Zeichner Jaromír 99 kongenial gestaltet. Sie zeigt in beeindruckend intensiver Schwarz-Weiß-Story einen mitteleuropäischen Eisenbahn-Blues von einem Fahrdienstleiter, der auch grauenhafte Züge aus der Vergangenheit vorbeirollen sieht. Weil vor ihm ein Irrenhaus voller Geschichten aus dem vorigen Jahrhundert auftaucht, kommt er ins Sanatorium; nach dem Ende des Sozialismus macht er sich auf den Weg nach Prag. Alois Nebel findet man in Grand Hotel wieder – der Name steht für Hauptthemen der Werke von Rudis: die Doppelbödigkeit, die Zeitschleier, die meteorologischen Phänomene als Sinnbilder.

Im neuen Roman sind die Geschichten der Protagonisten wie die Stadt von Brüchen der Vergangenheit geprägt, wie Prag haben die Figuren einen Wandel mitgemacht. Das adäquate Motto bringt Hana, die in Lissabon bei Verhandlungen über das europäische Kulturerbe saß, von dort aus Pessoas Buch der Unruhe mit: „Letztlich bleibt vom Heute, was vom Gestern blieb und vom Morgen bleiben wird: das unstillbare, grenzenlose Verlangen, allzeit derselbe und zugleich ein anderer zu sein.“

Den Einfluss Milan Kunderas auf seine Literatur hat Rudis mehrmals betont. Die Stille in Prag lässt sich als heutige Variante der Unerträglichen Leichtigkeit des Seins (es ist eines der Lieblingsbücher von Hana, die im Roman von Rudis ja für literarische Verbindungen zuständig ist), als Fortschreibung lesen: am „verkaterten Morgen“, dem sowohl die sprachliche Form als auch die Erzählhaltung entspricht. Seine Geschichten, sagt Rudis, sollen wie Songs mit wenigen Akkorden klingen.

(Klaus Zeyringer, Album, DER STANDARD, 12./13.1.2013)

  • Jaroslav Rudis, „Die Stille in Prag“. Roman. Aus dem Tschechischen von Eva Profousová. € 17,50 / 240 Seiten. Luchterhand, München 2012
  • Jaroslav Rudis / Jaromír 99, „Alois Nebel“. Aus dem Tschechischen von Eva Profousová. € 24,90 / 360 Seiten. Dresden und Leipzig 2012

Alois Nebel in Berlin

Alois Nebel BerlinDie Geschichte des Fahrdienstleiters Alois Nebel, der auf einem kleinen Bahnhof im Altvatergebirge Dienst tut und manchmal Geister aus der Vergangenheit sieht, erzählt nun nach der Graphic Novel und dem Film auch die einfallsreich gestaltete Ausstellung des Literaturhauses Stuttgart.

Ende der 1980er Jahre, der einsame Fahrdienstleiter Alois Nebel arbeitet an einem kleinen Bahnhof in Bílý Potok, einem abgelegenen Ort an der tschechoslowakisch-polnischen Grenze im früheren Sudetenland. Die Eisenbahn ist sein Schicksal, wie schon für seinen Großvater und Vater. Nebel ist ein Einzelgänger, der das Sammeln alter Fahrpläne der Gesellschaft von Menschen vorzieht. Doch manchmal legt sich der Nebel über seine Bahnstation. Dann sieht er Züge mit Geistern und Schatten aus der dunklen Vergangenheit Mitteleuropas: aus dem Zweiten Weltkrieg, den Jahren, als die Deutschen vertrieben wurden, der der Zeit der sowjetischen Besatzung.

„Alois Nebel“ ist eine tschechische Graphic novel in drei Teilen (2003-2005), ein raues, holzschnittartiges, schwarzweißes Gemeinschaftswerk des Schriftstellers Jaroslav Rudiš und des Zeichners und Musikers Jaromír 99, das 2012 im Verlag Voland & Quist auch auf Deutsch erschien. Die Verfilmung von Tomáš Luňák wurde als bester Animationsfilm mit dem Europäischen Filmpreis 2012 ausgezeichnet.

Eine Ausstellung des Literaturhauses Stuttgart, gefördert von der Robert Bosch Stiftung, gemeinsam veranstaltet von: Tschechisches Zentrum Berlin, CzechTourism Berlin, Literaturhaus Stuttgart und AID Berlin

Tschechisches Zentrum Berlin
Wilhelmstraße 44 / Eingang Mohrenstraße, 10117 Berlin
Mo, 14.1.–Do, 28.2.2013, Mo–Do 15–20 Uhr
Eröffnung und Präsentation der Region Altvatergebirge (Jeseníky):
Samstag, 12.1.2013, 20 Uhr, mit Jaroslav Rudiš, speziellen Grüßen aus dem Altvatergebirge und Livekonzert von PRIESSNITZ

AID Berlin, Akademie für Illustration und Design
Ritterstraße 12-14, Aufgang 2, 10969 Berlin, www.aidberlin.de
Mo 14.1.–Fr 22.2.2013, Mo–Fr 14–18 Uhr
Eröffnung: Samstag, 12.1.2013, 18 Uhr, Talk mit Jaroslav Rudiš und Jaromír 99

Alois Nebel: European Film Award 2012

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Czech Republic, Germany, Slovakia (84 min)

Director: Tomáš Luňák
Screenwriter: Jaroslav Rudiš, Jaromír 99
Producer: Pavel Strnad, Thanassis Karathanos, Karl Baumgartner, Henrich Držiak
Editor: Petr Říha
Original Score: Petr Kružík, Ondřej Ježek

Brno: Ur-Nebel v Domě umění

Ur-Nebel: speciální projekce Aloise Nebela v Domě umění.

Rok po premiéře představí ve čtvrtek 1. listopadu Jaroslav Rudiš původní hraný podklad filmu, který byl následně překreslován. Naživo jej doprovodí autoři scénické hudby Petr Kružík a Ondřej Ježek.
Hraný filmový materiál byl poprvé uveden v říjnu roku 2012 na Nové scéně Národního divadla.
V listopadu se představí v rámci programu výstavy Signály z neznáma. Český komiks 1922-2012.

Začátek  ve 20.00
Vstupné 150 Kč

Jaroslav Rudiš auf Sachsen Tour

Literatursalon SACHSEN TOUR 2012: Alois Nebel & Die Stille in Prag & JR in Dresden (Thalia Kino, 17.10.), Leipzig (18.10. Horns Erben) und Chemnitz (19.10. Das Tietz) Und heute in Dresden wird nach der Lesung ganz exklusiv auch der film Alois Nebel gezeigt. Regenschirm nicht vergessen! Es regnet und schneit und donnert die ganze Zeit…

Und am Sonntag den 21. Oktober noch eine Lesung in Selb in Franken (Galerie Goller, 11:00).

Národní třída v Divadle Feste

Divadlo Feste, premiéra v Kabinetu Múz, Brno,  11. října 2012. 1. repríza 1. listopadu

Hrají: Petr Bláha, Tereza Richtrová, Tomáš Sýkora
Režie: Jiří Honzírek
Dramaturgie: Katarína K. Koišová
Výprava: Radomír Otýpka
Hudba: Jiří Starý
Produkce: Kateřina Eichlerová
PR: Šárka Syslová
Světlo, zvuk: Václav Kuropata, Lukáš Krejčí

„Levej hák. Pravej hák. A ten chlápek jde k zemi jak ty dva baráky v New Yorku.“

„Vandam je rváč. Ví, kam praštit, kolik sil stojí plané promáchnutí pěstí i jak chutná krev ze zlomeného nosu. V bitkách před výčepním pultem vrací světu háky, kterými ho on posílá k zemi. Jeho bezpečným vesmírem je sídlištní hospoda Severka – ovšem nepřipouští si, že i do Severky mu svět může poslat bojovníka těžší ráže. V nové hře Jaroslava Rudiše vypráví Vandam příběh svých životních rvaček a divák se mimo jiné dozví, jak doopravdy začala osudová pranice na Národní třídě a jak ještě dneska může Adolf Hitler člověku zachránit život… a kromě toho taky něco z životních pocitů současných čtyřicátníků. V proudu Vandamova pábení potvrzuje Jaroslav Rudiš, čím dokáže dávat rány na solar i on jako autor – volbou přitažlivých témat, postav, skvělým tahem na branku, citem pro historku a taky smyslem pro melancholický humor.“ –Štěpán  Kučera-

Alois Nebel im Literaturhaus München

Alois Nebel – Leben nach Fahrplan / Život podle jízdního řádu

Mit Jaroslav Rudiš & Jaromír 99, Musik von Priessnitz und Videos von VJ Clad. Moderation: Zuzana Jürgens (Tschechisches Zentrum München. Im Literaturhaus München am 12.6.2012.

Eine Ausstellung des Literaturhauses Stuttgart, gefördert durch die Robert Bosch Stiftung.
Präsentiert vom Literaturhaus München in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum, München, und dem Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein
Konzeption und Design: Gold & Wirtschaftswunder in Zusammenarbeit mit den Autoren

Ein Film von Mandy Espenhayn
© Literaturhaus München

EKG pro Pussy Riot: Dopis Putinovi / Письмо Путину

Petici za propuštění členek ruské punkové skupiny Pussy Riot podepsalo v Praze a v Brně 112 diváků a účinkujících literárního kabaretu EKG.

Igor Malijevský a Jaroslav Rudiš věnovali část svého květnového literárního kabaretu EKG v pražském Divadle Archa a brněnském Hadivadle ruské punkové skupině Pussy Riot.

Její členky jsou již třetí měsíc ve vězení kvůli vystoupení kritizujícímu současné poměry v Rusku a prezidenta Vladimíra Putina.

„Vážený pane prezidente, rozumíme Vám. Pro každého muže je vždy velmi nepříjemné, když ho pěkná dívka nechce, když ho odmítá, když ho kritizuje. Muž Vašeho formátu by se však neměl urážet ani doprošovat. To že vás dívky ze skupiny Pussy Riot odmítají, není důvodem, abyste je zavíral do vězení,“ píše se v petici nazvané „Dopis Putinovi“. Ta vyzývá k okamžitému propuštění Pussy Riot na svobodu. Během představení ji podepsalo několik desítek diváků Divadla Archa.

Otevřený dopis podepsalo 112 účinkujících a diváků, mezi nimi také divadelní režisér Ivo Krobot, herečka a hudebnice Johana Švarcová, hudebník a filmový režisér Petr Marek, fotograf Evžen Sobek a ředitel Divadla Archa Ondřej Hrab.

Dopis Putinovi

Vážený pane prezidente,

rozumíme Vám. Pro každého muže je vždy velmi nepříjemné, když ho pěkná dívka nechce, když ho odmítá, když ho kritizuje. Muž Vašeho formátu by se však neměl urážet ani doprošovat. Najděte si jiné dívky, které na Vás budou hodné a budou mít blíže k Vaším názorům na svět a sebe sama. To že vás dívky ze skupiny Pussy Riot odmítají, není důvodem, abyste je zavíral do vězení.

Proto Vás žádáme: Propusťte členky skupiny Pussy Riot Marii Aljochinovou, Naděždu Tolokonnikovovou a Jakatěrinu Samucevičovou neprodleně na svobodu, zastavte jejich stíhání a šikanování. A najděte si k sobě někoho jiného.

Věříme, že současné Rusko je svobodná a demokratická země, kde má každý občan možnost svobodně vyjádřit, kdo se mu líbí, a kdo ne.

Hodně štěstí ve Vašem profesním i soukromém životě Vám přejí

Jaroslav Rudiš, spisovatel

Igor Malijevský, básník a fotograf

Письмо Путину

Уважаемый господин президент,

мы Вас понимаем. Каждому мужчине всегда очень неприятно, когда его отвергает красивая девушка, когда она его критикует. Однако мужчина Вашего масштаба не должен обижаться или просить о чем-то. Найдутся другие девушки, которые будут с Вами милы и обходительны и которые будут разделять Ваши взгляды на мир и на себя самого. Тот факт, что девушки из Pussy Riot отвергают Вас, еще не повод для их ареста.

Поэтому мы просим Вас: немедленно освободите участниц группы Pussy Riot Марию Алеxину, Надежду Толоконникову и Екатерину Самуцевич, прекратите их преследование и травлю. А Вы найдете себе кого-нибудь другого.

Мы верим, что современная Россия это свободная и демократическая страна, каждый гражданин которой имеет возможность свободно говорить о том, кто ему нравится, а кто нет.

Большого счастья в Вашей профессиональной и частной жизни Вам желают

Ярослав Рудиш, писатель

Игорь Малиевский, поэт и фотограф