Národní třída: Všechny bitvy nejdou vyhrát

Rozhovor v Deníku„Zajímá mě periferie a posmutnělí hrdinové, introvertní inťoši. Vandam je ale úplně jiný – rváč, kterého na rozdíl od jiných mých hrdinů život pořádně poučil. Svým způsobem velký tragický hrdina. Je smířený s tím, že všechny bitvy nejdou vyhrát. Některé prostě v životě musíte prohrát. Ale jak Vandam říká, hlavně musíte bojovat, nevzdávat to. Do třiceti si myslíte, že všechno vyjde a najednou přijde nějaký držkopád a krize. Dostáváte rány, dáváte rány a začne se to sypat – u někoho to jsou vztahy, u jiného práce nebo zdraví. U někoho úplně všechno. Jen pár šťastným všechno vyjde. A další nedokážou své šance využít.“

Rozhovor s JR o Národní třídě v Deníku /7.6.2013/.

Národní třída: Už se to veze

Národní třídaPrvní výtisky. Národní třída už je na cestě z tiskárny. Příští týden bude k mání ve všech knihkupectvích. Vychází ve čtvrtek 13. června.

„Musíš cvičit. Musíš bejt silnej. Ne třicet, ale tři krát třicet kliků denně a za měsíc můžeš někoho poučit o životě a sám budeš taky poučenej. Budeš vědět, že hlavní je se sakra nikdy nedojímat.“ (Vandam)

Konec punku na Ukrajině

2013-05-22 20.57.28Román Konec punku v Helsinkách vyšel v květnu ukrajinsky v nakladatelství Tempora v překladu Tetiany Okopne.

The novel The End of Punk in Helsinki was published in the Ukraine. Translated by Tetiana Okopna. Published by Tempora in may 2013.

 

Koniec punku w Helsinkach

Koniec punkuAutor: Jaroslav Rudiš
Wydawnictwo: Czeskie Klimaty
Data wydania: 2013-05-15

Ole ma czterdzieści lat i jest właścicielem jednego z ostatnich barów, gdzie można palić, a matki z wózkami nie mają wstępu. Do jedzenia podaje się tu wyłącznie solankę i rolmopsy. Jako wieczne dziecko enerdowskiej epoki punku, Ole nie potrafi odnaleźć się w nowych, wspaniałych czasach. Walcząc z demonami przeszłości, próbuje sobie wmówić, że pragnie tylko świętego spokoju. To jednak ostatnia rzecz, którą los ma Olemu do zaoferowania.

Jego opowieść przeplata pisany pod koniec lat 80. dziennik zbuntowanej czeskiej nastolatki. Nancy mieszka w położonym przy granicy z Polską Jeseniku, gdzie jedynie dzięki radiowej Trójce można posłuchać przyzwoitej muzyki. To właśnie zespoły takie jak Sex Pistols, Die Toten Hosen, Dezerter, Moskwa czy Siekiera czynią jej życie bardziej znośnym i nie pozwalają zwariować.

W swojej najnowszej powieści Jaroslav Rudiš opowiada o dojrzewaniu w cieniu radioaktywnego absurdu, ślepych uliczkach samotności oraz próżni, w której rozpływa się bunt. Wyrusz w podróż do Helsinek i przekonaj się, czy właśnie tam skończył się punk…

 

Jaroslav Rudiš: Národní třída

Narodní třída coverKlub osamělých rváčů. Hlavní hrdina, přezdívaný Vandam, vypráví příběh svých životních soubojů s městem, nedávnou minulostí a rodinnými démony. Drsná a zároveň melancholická novela ze sídliště, kde lidé a domy vzdorují přírodě i neodvratnému zániku. Nový Rudiš zasáhne čtenáře přímo na solar. Inspirováno skutečnými událostmi.

„Vždycky může vyhrát jen jeden. Takhle a ne jinak funguje svět. A když zkusíš někoho zmlátit, tak pochopíš, jak to funguje a nebudeš mít už potřebu dál pátrat a tápat. Někoho poučíš o životě a sám budeš taky poučenej.“

 

130 stran, vázané vydání, ISBN 978-80-87260-55-5, cena 225 Kč

Vydává Labyrint v červnu 2013

Jaroslav Rudiš (1972) je spisovatel, scenárista a autor divadelních her. Dosud vydal romány Nebe pod Berlínem, Grandhotel, Potichu a Konec punku v Helsinkách, které vyšly v překladech také v zahraničí. S výtvarníkem Jaromírem 99 vytvořil kultovní nádražácký komiks Alois Nebel, podle něhož vznikl úspěšný celovečerní film.

www.rudis.cz

www.labyrint.net

 

Punkin loppu Helsingissä

Punkin loppu HelsingissäDo Prahy doputovalo finské vydání románu Konec punku v Helsinkách – Punkin loppu Helsingissä. Vydalo nakladatelství Basam Books 2012. Přeložil Eero Balk.

První věta zní: „Sinne ei voi olla enää pitkä matka.“

A poslední věta: „“Savukerasiassa lukee Start.“

A mezitím Ole potká a zase ztratí Lenu, Frank se zblázní a naštvaná Nancy plivne na Michala Davida a zapálí si startku. Je fajn, že startka je startka česky i finsky.

WDR 3: Ach, die Züge

Feature von Tabea Soergel

WDR 3, WortLaut | 24.1., 23.05 Uhr

DSC01333Jaroslav Rudiš hat bisher schon erfolgreich Romane, Drehbücher, Hörspiele und Theaterstücke geschrieben. Doch dann erfand er Alois Nebel, den Bahnhofsvorsteher: im Comic. Der erreichte Kultstatus und wurde – als Animationsfilm – 2012 mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

http://www.wdr3.de/literatur/jaroslavrudic100.html

WortLaut besucht Jaroslav Rudiš im tschechischen Brünn. Neben seiner überquellenden Spüle, in seiner Stammbuchhandlung, vor Bohumil Hrabals Geburtshaus und unter einer Eisenbahnbrücke am Stadtrand erzählt er von Alois und all den anderen Gestalten aus seinen Büchern, vom Leben und Schreiben, von Eisenbahnzügen und von seinem Traum, eine Kneipe zu eröffnen.

Produktion: WDR 2013
Redaktion: Imke Wallefeld

Der Standard: Verschwundene Sterne. Die Stille in Prag und Alois Nebel

Verschwundene Sterne


  • Goldene Stadt, verkaterter Morgen: Jaroslav Rudis zieht in seinem Roman „Die Stille in Prag“ in den Bann eines Lebensgefühls

Die Stille in PragPrag sei ein „riesiges, schmuddeliges und muffig riechendes Museum“ geworden, sagt sich eine Figur; die ganze Stadt sei „von gestern“. Sie stinke dermaßen, stellt ein anderer fest, „dass er den Geruch schon wieder schön findet.“ Und ein Amerikaner erinnert sich an die Zeit, als er hierher gezogen war: „In der ersten Hälfte der neunziger Jahre dachten alle, die Revolution würde nie zu Ende gehen, sie war eine riesige Rockparty. An den verkaterten Morgen danach dachte damals keiner.“ Das Ende des Prager Sommers nach einem anderen Prager Frühling.

Jaroslav Rudis, der in Tschechien weltberühmte Schriftsteller und Drehbuchautor (die Verfilmung seines Comics Alois Nebel lief letztes Jahr beim Festival in Cannes), erzählt in Die Stille in Prag eben vom verkaterten Morgen im Ambiente seiner Stadt, die er in eindringlichen Facetten hinter den Fassaden nahebringt. Während Bilder von im Irak verwundeten US-Soldaten im TV zu sehen sind, folgt er den Wegen von fünf ebenso stark wie differenziert gezeichneten Charakteren durch Prag und durch eine Lebenskrise. Gelegentlich kreuzen sich, deutlich oder kaum merklich, ihre Bahnen. Am Ende treffen alle beim Showdown im Akropolis-Musikclub aufeinander, beim Auftritt der Band Kill the Barbie, und schließlich sitzen zwei im Park auf der Letná-Höhe über der Stadt: “ Die Sterne über Prag sind verschwunden. Der Sommer ist vorbei.“

Mit seinem flotten Stil – meist präzise anschaulich, mitunter doch etwas simpel – und mit schnellen Schnitten zieht Rudis in den Bann eines Lebensgefühls, das zwischen Melancholie und Aufbegehren schwankt, sowie von fünf unterschiedlichen Konzeptionen der Existenz.

Vanda, die Punk-Sängerin von Kill the Barbie will zu ihrem achtzehnten Geburtstag das Koksen bleiben lassen; Petr, mit dem sie soeben eine Nacht verbracht hat, meint die Leere nach abgebrochenem Studium und abgebrochener Liebe als Straßenbahner umfahren zu können; der Anwalt Wayne gerät aus seinen Gleisen, da er im Verwundeten auf den Bildschirmen den Bruder zu erkennen glaubt; seine „Kleine“, Hana, will sich von ihm trennen, sie erlebte in Lissabon mit einem anderen „la petite mort“, einen intensiven Orgasmus, und hat nun die Enge ihrer Welt vor Augen; der entlassene Philharmoniker Vladimir, der über den Tod seiner Frau nicht hinwegkommt, sucht mit allen Mitteln den allseitigen Lärm zu dämpfen. Die vollkommene Stille, weiß er, gibt es nur auf dem tiefsten Grund des Ozeans. Sie gewinnt für ihn und den Roman existenzielle Bedeutung: jene Stille, „aus der wir kommen, nach der wir suchen und in die wir zurückkehren werden.“

Alle scheinen sich im Kreis zu bewegen, Petr in seiner Tram Nr. 22 von Endstation zu Endstation, alle suchen sie Auswege aus ihren Beziehungsschienen, alle drehen sie sich um verschiedene Arten von Musik – und sehnen sich zugleich nach Ruhe.

Die existenzielle Suche hat Jaroslav Rudis in seinen Romanen Der Himmel unter Berlin und Grand Hotel mit starken Bildern versehen, in denen er U-Bahn- und Zugverkehr sowie Fernsehtürme zur symbolhaften Verdichtung einsetzt.

Die ebenfalls kürzlich auf Deutsch erschienene „Graphic Novel“ Alois Nebel hat Rudis mit dem Zeichner Jaromír 99 kongenial gestaltet. Sie zeigt in beeindruckend intensiver Schwarz-Weiß-Story einen mitteleuropäischen Eisenbahn-Blues von einem Fahrdienstleiter, der auch grauenhafte Züge aus der Vergangenheit vorbeirollen sieht. Weil vor ihm ein Irrenhaus voller Geschichten aus dem vorigen Jahrhundert auftaucht, kommt er ins Sanatorium; nach dem Ende des Sozialismus macht er sich auf den Weg nach Prag. Alois Nebel findet man in Grand Hotel wieder – der Name steht für Hauptthemen der Werke von Rudis: die Doppelbödigkeit, die Zeitschleier, die meteorologischen Phänomene als Sinnbilder.

Im neuen Roman sind die Geschichten der Protagonisten wie die Stadt von Brüchen der Vergangenheit geprägt, wie Prag haben die Figuren einen Wandel mitgemacht. Das adäquate Motto bringt Hana, die in Lissabon bei Verhandlungen über das europäische Kulturerbe saß, von dort aus Pessoas Buch der Unruhe mit: „Letztlich bleibt vom Heute, was vom Gestern blieb und vom Morgen bleiben wird: das unstillbare, grenzenlose Verlangen, allzeit derselbe und zugleich ein anderer zu sein.“

Den Einfluss Milan Kunderas auf seine Literatur hat Rudis mehrmals betont. Die Stille in Prag lässt sich als heutige Variante der Unerträglichen Leichtigkeit des Seins (es ist eines der Lieblingsbücher von Hana, die im Roman von Rudis ja für literarische Verbindungen zuständig ist), als Fortschreibung lesen: am „verkaterten Morgen“, dem sowohl die sprachliche Form als auch die Erzählhaltung entspricht. Seine Geschichten, sagt Rudis, sollen wie Songs mit wenigen Akkorden klingen.

(Klaus Zeyringer, Album, DER STANDARD, 12./13.1.2013)

  • Jaroslav Rudis, „Die Stille in Prag“. Roman. Aus dem Tschechischen von Eva Profousová. € 17,50 / 240 Seiten. Luchterhand, München 2012
  • Jaroslav Rudis / Jaromír 99, „Alois Nebel“. Aus dem Tschechischen von Eva Profousová. € 24,90 / 360 Seiten. Dresden und Leipzig 2012