Die Stille in Prag

Ein Techno des Herzens – cool und elegant

Jeder Aufbruch hat einmal ein Ende. Die Revolution, die Anfang der 90er Jahre das Leben in Prag zu einer einzigen großen Party machte, ist längst vorbei. Jetzt ist Spätsommer, das Licht ist bereits schwach und träge geworden. Doch bevor sich der Sommer endgültig dem Ende zuneigt, wird für fünf Menschen nichts mehr so sein, wie es vorher war …

Fünf Menschen zwischen Straßenbahnlärm und dem Techno des Herzens, zwischen Lichteffekten und Rockmusik – und ein Konzert der Stille, das alles verändert. Petr, von seiner großen Liebe verlassen, arbeitet nach einem abgebrochenen Studium als Aushilfe bei der Straßenbahn. Auf einer seiner Fahrten trifft er die junge Punkerin Vanda, die sich fest vorgenommen hat, mit 18 das Koksen sein zu lassen. Ein Monat ist es bis dahin noch. Der angesehene Anwalt Wayne hat es dagegen geschafft, sein Leben auf Erfolgskurs zu bringen. Doch dann meint er, in den Nachrichten seinen im Irak stationierten Bruder blutüberströmt auf einer Trage zu erkennen und wird völlig aus der Bahn geworfen. Er weiß noch nicht, dass Hana, die im Flieger nach Prag sitzt, nicht bereit ist, ihn aufzufangen. Und dann ist da noch der alte Vladimír, der seine Frau verloren hat und sie nicht gehen lassen kann. Den Auslöser für das ganze Übel auf der Welt sieht er im Lärm. Den Rest seines Lebens verschreibt er dem Kampf für die Stille …
Jaroslav Rudiš erzählt mit Eleganz und Coolness – mal still und leise, dann wieder laut und knallend. Er erzählt von Menschen, die von Hoffnung, Liebe und Einsamkeit getrieben werden – und manchmal auch dem Leben selbst.

Der Roman ist in der Übersetzung von Eva Profousová im Februar 2012 bei Luchterhand erschienen.

Pressestimmen:

„Rudiš ist gegenwärtig einer der interessantesten Autoren seiner Breiten, weil er die Entwicklungen mitlebt, ein Ohr für die Historie hat und auch in diesem schönen, genau beobachteten, melancholischen Zeitroman Geschichten fast wie ein Tontechniker einzufangen vermag.“ (Dirk Schümer, Frankfurter Allgemeine Zeitung )

Video:

Geisterfahrt ins Sudetenland: Alois Nebel ist auf Deutsch erschienen

Ende der achtziger Jahre. Alois Nebel arbeitet als Fahrdienstleiter an einem kleinen Bahnhof in Bílý Potok, einem abgelegenen Ort an der tschechoslowakischpolnischen Grenze, dem früheren Sudetenland. Er ist ein Einzelgänger, der das Sammeln alter Fahrpläne der Gesellschaft von Menschen vorzieht. Doch manchmal legt sich der Nebel über die Bahnstation, und dann sieht er Züge mit Geistern und Schatten aus der dunklen Vergangenheit Mitteleuropas: dem Zweiten Weltkrieg, der Vertreibung der Deutschen, der sowjetischen Besatzung. Alois Nebel wird diese Alpträume nicht los und endet schließlich in einem Sanatorium. Dort lernt er „den Stummen“ kennen, der bei dem Versuch, die Grenze zu überqueren, verhaftet wurde. Niemand weiß, warum er nach Bílý Potok gekommen ist oder was er dort sucht, aber er ist es, der Alois Nebel dabei hilft, den Kampf gegen seine Dämonen aufzunehmen …

Pressestimmen:

  • »Ein fulminanter Comicroman. Mit dem Epos vom Eisenbahner Alois Nebel haben Jaroslav Rudiš und Jaromír 99 den Tschechen einen lange verdrängten Teil ihrer jüngeren Geschichte wieder nahegebracht« (Dirk Schümer, FAZ)
  • „Seit Alois Nebel […] wird Rudis in unserem Nachbarland zu den 25 einflussreichsten Persönlichkeiten gezählt. […] Geschult an literarischen Vorbildern wie Jaroslav Hasek hat Rudis der tschechischen Literatur einen modernen Schwejk geschenkt. Einen warmherzigen Proleten, dem das Leben mehr Weisheit geschenkt hat, als sie die neue studierte Elite je erreichen wird. Vielleicht macht das den einzigartigen Erfolg dieses Comics aus, vielleicht erreicht er deshalb die Herzen von Alt und Jung gleichermaßen. Und das, obwohl Rudis sich in ihm mit einem bis heute heiklen Thema beschäftigt – der gemeinsamen deutsch-tschechischen Geschichte.“ (Mirko Schwanitz, WDR 3)
  • »Das Buch verführt einen in eine wilde Welt, voller schräger Gestalten und vielen schönen kleinen Geschichten.« (rubikon.ch)
  • »Bahnwärter Alois Nebel erlebt die dunkle Vergangenheit nach, die Judentransporte und Vertreibungen. Die Graphic Novel erscheint nun auf Deutsch und wurde aufwendig verfilmt.« (Stefan Heinlein, BR 2)
  • »Eine humorvolle Comic-Reise in die deutsch-tschechische Beklommenheit.« (Michael Heitmann, dpa)
  • »“Alois Nebel“ schafft eine düstere, gleichzeitig aber auch lebendige, liebenswürdige Atmosphäre […] man sieht sich sich ans Ende der Welt versetzt, gleichzeitig aber auch an einen Ort, an dem viele Menschen vorbeikommen und der für Geschichten gut ist.« (kultur-ostbayern.de)
  • »Einfach, erschütternd und grandios zugleich.« (Kultur Punkt)
  • »Eine komplexe Story von Realität und Wahnsinn.« (Katrin Henneberg, Leipziger Volkszeitung)

Jaroslav Rudiš, geboren 1972, ist Schriftsteller, Drehbuch- und Hörspielautor sowie Dramatiker und schreibt auf Tschechisch und Deutsch. Für seinen Debütroman „Nebe pod Berlínem“ („Der Himmel unter Berlin“) wurde ihm der renommierte Jiří-Orten-Preis verliehen. Auf Deutsch erschienen außerdem die Romane „Grandhotel“ und „Die Stille in Prag“ im Luchterhand Literaturverlag. Er lebt und arbeitet in Tschechien und Deutschland.

Jaromír 99, geboren 1963, ist Comiczeichner, Maler sowie Sänger und Texter der tschechischen Kultband Priessnitz. Er arbeitet als Musiker für verschiedene Bands, zeichnet Storyboards für Filme und veröffentlichte mehrere Graphic Novels und Comics. Er lebt und arbeitet in Prag.

www.aloisnebel.de

Alois Nebel na Slovensku

Vizuálny unikát, kombinujúci postupy hraného a animovaného filmu, snímka Alois Nebel režiséra Tomáša Luňáka sa po uvedení na prestížnych svetových festivaloch a českej distribúcii konečne dostáva 16. februára 2012 aj do slovenských kín. V sobotu (4.2.) sa v Prahe konal nominačný večer výročných cien Českej filmovej a televíznej akadémie Český lev – film Alois Nebel nazbieral spolu 8 nominácií v kategóriách: najlepší film, najlepšia réžia, kamera, výtvarné riešenie, zvuk, strih, hudba a Karel Roden za najlepší mužský herecký výkon vo vedľajšej úlohe. Film okrem iného dostal aj cenu za najlepší filmový plagát (Robert V. Novák).

Film Alois Nebel vyrástol z literárnej a obrazovej komiksovej predlohy autorov Jaroslava Rudiša a Jaromíra 99. Režisér Tomáš Luňák sa pre jeho spracovanie rozhodol použiť metódu rotoskopie, čo je technológia prevádzajúca hrané zábery do kreslenej podoby. V českej kinematografii ide o vôbec prvé použitie takéhoto postupu. Film Alois Nebel však neprináša len výtvarný zážitok. Vizualita tu účelovo dotvára atmosféru intímnej ľudskej drámy odohrávajúcej sa v uzlových momentoch „veľkej“ histórie. Hlavnú postavu Aloisa Nebla svojím neopakovateľným herectvom oživil Miroslav Krobot.

Film bol v roku 2011 za Českú republiku – Českou filmovou a televíznou akadémiou nominovaný na Oscara v kategóriách  najlepší cudzojazyčný film a animovaný film.

Oficiálna stránka filmu: http://www.aloisnebel.cz/?lang=cz

V priestoroch bratislavského kina Lumière (Špitálska ul.) bude pri tejto príležitosti premiéry filmu v kinách nainštalovaná unikátna výstava prezentujúca výtvarné návrhy a obrazové podklady pre film Alois Nebel. Potrvá od 15. februára do konca mesiaca.